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Vinyl 2010 – Aufbruch in eine nachhaltige Zukunft

Eine Bestandsaufnahme

Im Jahre 2000 startete die europäische PVC-Industrie eine umfassende Nachhaltigkeitsinitiatve. Ins Leben gerufen von den führenden europäischen PVC-Rohstoffproduzenten, Herstellern von Additiven und Weichmachern sowie PVC-Verarbeitern, zielt die Initiative darauf ab, jegliche bei der Produktion und Verarbeitung auftretenden, für die Umwelt nachteiligen Effekte deutlich zu reduzieren bzw. zu minimieren und aus ökologischer Sicht bedenkliche Inhaltsstoffe im Bereich Weichmacher und Stabilisatoren durch umweltfreundlichere zu ersetzen. Außerdem sollte das Konzept einer integrierten Abfallentsorgung und damit nachhaltige Lösungen aktiv unterstützt werden. Unter anderem sollte durch das Vorantreiben der Entwicklung neuer Technologien der werkstofflichen und rohstofflichen Verwertung die Recyclingquote bis 2010 deutlich steigen. Da Verantwortung und Transparenz maßgebliche Größen für den Erfolg der Initiative sind, beinhaltet das Programm konkrete, messbare Ziele, durch unabhängige Dritte bestätigte Zwischen- und Endtermine, jährliche Berichtsveröffentlichungen und ein unabhängiges Komitee, das die Zielerreichung der freiwilligen Selbstverpflichtung überwacht.

Die Arbeit der Organisation

Um die Fortschritte bei der Umsetzung der selbst gegebenen Ziele im Laufe des Zehnjahresprogramm zu dokumentieren und die Nachhaltigkeitsinitiative zu propagieren, veröffentlicht die von Brüssel aus tätige Organisation jährlich einen Fortschrittsbericht, tritt auf Messen auf und veranstaltet verschiedene Wettbewerbe zum Thema. Die Initiative unterhält die Website www.vinyl2010.org (auf Englisch). Hier ist der jeweils jüngste Fortschrittsbericht abrufbar, außerdem gibt es aktuelle Meldungen und ein „Vinylgame“, das spielerisch an die Thematik heranführt.

Vinyl 2010 ist weltweit anerkannt als einzigartig und beispielhaft für eine funktionierende Partnerschaftsinitiative, die sich auf alle Glieder einer Industriekette erstreckt, in diesem Fall entlang des gesamten Produktlebenszyklus von PVC. Sie ist als Partnerschaft beim Sekretariat der Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung registriert.

Die Zielerreichung

Bei der Zielerreichung liegt die Initiative laut Bericht des unabhängigen Überwachungskomitees (Stand 2009) fast durchgängig im Plan.

Nachfolgend einige beispielhafte Ziele im Gründungsjahr 2000…

  • Reduzierung des Rohstoff- und Energieverbrauchs gemäß ökonomischer und okölogischer Erfordernisse
  • Minimierung der Umweltauswirkungen
  • Durchführung von Werkstoff-Ökobilanzen
  • Stopp des Verkaufs und der Verwendung von Cadmium-Stabilisatoren
  • Sukzessive Substituierung der Blei-Stabilisatoren durch die neuen, leistungsfähigen Calcium/Zink-Stabilisatoren
  • Vollständige Substitution der Blei-Stabilisatoren bis 2015
  • Maximierung der effizienten Nutzung von PVC und Anwendung der nachhaltigsten Option am Ende des Lebenszyklus
  • Erhöhung der Recycling-Quote für Alt-PVC (Schätzungen zufolge wird die Gesamtverwertungsmenge für Alt-PVC-Abfälle in Europa bis 2010 200.000 Tonnen betragen.)

…und Ihrer Zielerreichung (Stand 2008, dokumentiert 2009):

  • Externe Bestätigung der S-PVC und E-PVC Produktionscharta und Erweiterung auf das Gebiet der EU 27
  • Es wurden jeweils Umwelterklärungen zu S-PVC und E-PVC herausgegeben.
  • Es werden seit 2007, bezogen auf die EU 27, keine Cadmium-Stabilisatoren mehr verkauft oder verwendet.
  • Die Menge der verwendeten Bleistabilisatoren hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 halbiert (-66.500 Tonnen). Dieses Ziel wurde damit bereits zwei Jahre vor Plan erreicht.
  • Dafür ist im selben Zeitraum die Menge der verwendeten Calcium/Zink-Stabilisatoren deutlich gestiegen (+50.900 Tonnen)
  • Das Auslaufen der Verwendung der Bleistabilisatoren bis 2015 wurde auf das EU 27-Gebiet ausgeweitet.
  • Mit Recovinyl wurde eine leistungsfähige Organisation gegründet, die alle Abfallverwertungsprojekte von Vinyl 2010 koordiniert, das Recycling von Alt-PVC fördert und Anreize für eine Wiederverwertung schafft.
  • Der Anteil von Alt-PVC, die von Recovinyl erfasst und entsprechend den Richtlinien behandelt wird, steigt kontinuierlich. 2008 lag er bereits bei über 191.000 Tonnen.

Fazit: In beinahe allen Punkten wurden die angestrebten Ziele bereits vor dem geplanten Zeitpunkt erreicht bzw. übererfüllt. 

Die Bedeutung von Vinyl 2010 für LEO Kunststoffprofile®

Als führendes Unternehmen der PVC-Verarbeitung im Bereich Rollladenprofile begrüßt LEO Kunststoffprofile® ausdrücklich die Aktivitäten der europäischen Nachhaltigkeitsinitiative Vinyl 2010 und unterstützt ihre Ziele in allen Belangen. Unsere Produktion steht im Einklang mit den für Verarbeiter relevanten Punkten der sogenannten „freiwilligen Selbstverpflichtung“. Im Einzelnen bedeutet das: Seit Jahren verzichten wir konsequent auf Cadmium-Stabilisatoren bei der Extrusion unserer Profile. In den zurückliegenden zwei Jahren wurden die gängigen Blei-Stabilsatoren weitgehend durch solche auf Calcium/Zink-Basis ersetzt. Der Anteil der Rollladen mit Bleistabilisatoren veringert sich deutlich. So fährt in Zukunft auch der Rollladen bleifrei hinauf oder herunter. In punkto Abfall-Management gehen wir bereits seit längerer Zeit neue, umweltfreundliche Wege. So wird z. B. der Großteil unserer PVC-Abfälle einem Recyclingsystem zugeführt. Aus ihm entstehen dann wieder neue PVC-Produkte. Auch Abfälle anderer eingesetzter Produkte werden soweit wie möglich getrennt und recycelt. Wir folgen hierbei den Empfehlungen der AgPU (Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V.). Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Umwelt so weit wie möglich zu entlasten und mit den uns gegebenen Ressourcen so schonend wie möglich umzugehen.